Behandlungsmythen: Pfefferminztee gegen Sodbrennen

Sodbrennen mit Milch lindern? Behandlungsmythen auf dem Prüfstand

Erster Mythos: Bei akutem Sodbrennen Milch trinken
Zweiter Mythos: Sodbrennen durch Pfefferminztee beruhigen
Dritter Mythos: Sodbrennen mit einem Schnaps nach dem Essen vermeiden

Zahlreiche Tipps und Hausmittel haben den Ruf, Sodbrennen vorzubeugen oder zu lindern. Nicht bei allen ist eine Wirkung tatsächlich nachgewiesen – manche können das Sodbrennen sogar noch verschlimmern. Nachfolgend nehmen wir drei gängige Empfehlungen gegen Sodbrennen unter die Lupe:

  • Milch
  • Pfefferminztee
  • Schnaps

Erster Mythos: Bei akutem Sodbrennen Milch trinken

Kaum ein anderes Hausmittel gegen Sodbrennen ist so beliebt, obwohl seine Wirkung umstritten ist. Es gibt zwar positive Erfahrungsberichte, aber Wissenschaftler gehen aktuell davon aus, dass ein Glas kalte Milch nicht hilft, sondern Sodbrennen sogar noch verstärken kann. Milch hat einen leicht sauren pH-Wert von 4,5. Sie ist also nicht in der Lage, die Magensäure zu neutralisieren. Hinzu kommt, dass etwa 15 Prozent der Deutschen Laktose nicht uneingeschränkt vertragen. Trinken diese Menschen bei akutem Sodbrennen Milch, belasten sie ihre Verdauung zusätzlich.

Ein Glas Milch gegen Sodbrennen - nur ein Mythos?

Aber warum haben dann manche Betroffene das Gefühl, dass ein Glas kalte Milch akutes Sodbrennen lindert? Dafür gibt es bislang keine wissenschaftliche Erklärung. Da Sodbrennen viele verschiedene Ursachen haben und auch zum Beispiel durch Stress ausgelöst werden kann, ist es gut möglich, dass es sich um einen Placeboeffekt handelt. Der Glaube daran, dass Milch hilft, und der kühlende Effekt – besonders in der gereizten Speiseröhre – sorgen für Entspannung und beruhigen den Magen. Wer auf Nummer sicher gehen will, trinkt stattdessen lieber lauhwarmes Wasser. Das trägt zur Verdünnung der Magensäure bei und kann sie zurück in den Magen spülen.

Zweiter Mythos: Sodbrennen durch Pfefferminztee beruhigen

Pfefferminztee ist ein bewährtes Hausmittel gegen Magen-Darm-Beschwerden wie Bauchschmerzen oder Übelkeit. Die im Pfefferminzöl enthaltenen Wirkstoffe lösen Muskelverkrampfungen und fördern die Verdauung. Bei Sodbrennen können diese Eigenschaften von Pfefferminztee die Beschwerden jedoch noch verschlimmern.

Sodbrennen wird häufig dadurch ausgelöst, dass der Ösophagussphinkter, der Schließmuskel zwischen Magen und Speiseröhre, nicht richtig schließt. Pfefferminztee kann diese Funktion aufgrund seiner muskelentspannenden Wirkung noch zusätzlich stören. Auch die Förderung der Verdauung ist im Falle von Sodbrennen nicht hilfreich. Sie führt dazu, dass noch mehr Magensaft im ohnehin schon übersäuerten Magen produziert wird. Besser geeignet ist Kamillentee, der die Schleimhäute beruhigt und der übermäßigen Säureproduktion entgegenwirkt.

Dritter Mythos: Sodbrennen mit einem Schnaps nach dem Essen vermeiden

Sodbrennen tritt häufig nach einem üppigen Essen auf. Ein Schnaps am Ende der Mahlzeit soll dem vorbeugen und gleichzeitig die Verdauung fördern. Soweit Großmutters oder Großvaters Weisheit. Und tatsächlich lässt der Magendruck nach einem Verdauungsschnaps in der Regel rasch nach und man fühlt sich besser. Grund dafür ist die muskelentspannende Wirkung des Alkohols.

Entspannen sich jedoch die Verdauungsmuskeln, wird die Verdauung eher verzögert. Hinzu kommt, dass Alkohol auch die Funktionsfähigkeit des Ösophagussphinkters beeinträchtigt, was Sodbrennen erst hervorrufen kann. Außerdem wirkt der Schnaps säurebildend. Die bessere Alternative zum Schnaps ist daher ein Spaziergang an der frischen Luft: Die Bewegung regt die Muskeln an und fördert die Verdauung, wodurch der Entstehung von Sodbrennen vorgebeugt wird.

Generell sollten Menschen, die zu Sodbrennen neigen, auf sehr reichhaltige Mahlzeiten verzichten. Lesen Sie hier, worauf Sie bei Ihrer Ernährung achten sollten, um Sodbrennen entgegenzuwirken.  

 

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