Von Dr. Christoph Theurer 
11. Dezember 2025
 

Stress, Fast Food oder ein Schluck Kaffee zu viel und schon ist es da – ein unangenehmes Brennen in der Speiseröhre. Die Gründe und Ursachen für Sodbrennen sind dabei vielfältig – der Auslöser ist fast immer Reflux. Doch wo liegt der Unterschied zwischen den beiden und woher kommt Sodbrennen genau? Der folgende Überblick beantwortet diese Fragen und erklärt, wie Sodbrennen entsteht, welche Symptome eine Rolle spielen und was gegen Sodbrennen hilft.

WAS IST SODBRENNEN UND WIE ENTSTEHT ES?

Anders als häufig angenommen, ist Sodbrennen selbst keine Krankheit – sondern ein Symptom. Das veraltete Wort Sod leitet sich aus dem mittelhochdeutschen ab und bedeutet so viel wie „siedende Flüssigkeit“. Beide Worte, Sod und Brennen, beschreiben das Symptom damit schon gut: Sodbrennen ist ein brennendes, stechendes Gefühl, das hinter dem Brustbein und in der Speiseröhre auftritt und bis in den Rachen reichen kann. Weitere typische Anzeichen von Sodbrennen sind ein Druckgefühl im Oberbauch sowie saures Aufstoßen, das sich durch unangenehmen Geschmack im Mund bemerkbar macht.

Doch was brennt da überhaupt? Was löst Sodbrennen eigentlich aus? Die mit Abstand häufigste der Sodbrennen-Ursachen ist ein sogenannter Reflux. Dabei gelangt Mageninhalt oder Magensäure zurück in die Speiseröhre. Diese Magensäure hat in der Regel einen sehr niedrigen pH-Wert, das bedeutet, sie ist sehr sauer. Während der Magen durch seine besondere Schleimhaut bzw. eine Schleimschicht vor dieser Säure geschützt ist, fehlt eine solche Schutzschicht in der Speiseröhre.

Normalerweise ist ein Schließmuskel dafür verantwortlich, Speiseröhre und Magen voneinander zu trennen – er öffnet sich in der Regel nur, wenn wir Nahrung herunterschlucken. Ist dieser Muskel geschwächt, kann es passieren, dass Magensäure zurück in die Speiseröhre fließt. Dort greift sie die empfindlichere Schleimhaut an und sorgt so für die typischen Sodbrennen-Symptome.

WEITERE URSACHEN UND AUSLÖSER VON SODBRENNEN

Neben dem klassischen Reflux, der als sogenannte Gastroösophageale Reflux-Krankheit (englisch: GERD) auch chronisch werden kann, kommen auch andere Krankheitsbilder als Ursache für ein Brennen in der Speiseröhre infrage. Häufig sind das vor allem der stille Reflux sowie der Galle-Reflux. Bei diesen Reflux-Arten ist es nicht nur Magensäure, die in die Speiseröhre aufsteigt, sondern andere Verdauungssäfte wie Gallensäuren, Pankreassekret oder Duodenalsaft, also Flüssigkeit aus dem Zwölffingerdarm, der sich direkt an den Magen anschließt. Diese Stoffe gelangen dann über den Magen in die Speiseröhre, wodurch Sodbrennen entsteht.2

Gleichzeitig kann die Ernährung eine Erklärung dafür liefern, woher Sodbrennen kommt. Fettreiche, üppige Mahlzeiten sowie Getränke, die viel Säure oder Koffein enthalten, zum Beispiel Kaffee, können den Magen übersäuern, was Sodbrennen auslösen kann.3 Schokolade, Tomaten und besonders scharfes Essen gehören ebenso zu den Lebensmitteln, die Symptome wie Sodbrennen begünstigen können.

Ein ungesunder Lebensstil gilt als weiterer Risikofaktor: Wer raucht, regelmäßig Alkohol trinkt oder übergewichtig ist, leidet häufiger unter Anzeichen von Sodbrennen als Menschen, die mehr auf ihre Gesundheit achten.4 Auch Stress kann uns wortwörtlich auf den Magen schlagen.

Besonders häufig tritt Sodbrennen in der Schwangerschaft auf. Bis zu 80 % der Schwangeren haben mit diesem Problem zu tun. Dafür gibt es zwei Hauptgründe: Zum einen gibt es während der Schwangerschaft eine Reihe hormoneller Veränderungen, die die Entstehung von Sodbrennen begünstigen können. Dazu gehört zum Beispiel, dass der Magen in dieser Zeit langsamer entleert wird. Zum anderen spielt auch die Mechanik eine Rolle. Während der Schwangerschaft steigt der Druck im gesamten Bauchraum durch den wachsenden Fötus, wodurch ebenfalls häufig Sodbrennen ausgelöst wird.

TRETEN BEI SODBRENNEN NOCH WEITERE SYMPTOME AUF?

Bei einem klassischen Reflux können neben dem Brennen in der Speiseröhre, dem Aufstoßen und dem Druck im Oberbauch auch weitere, etwas untypischere Symptome auftreten. Dazu gehören ein bitterer Geschmack im Mund5 sowie Heiserkeit oder häufiges Räuspern.6 Auch Husten kommt bei Reflux mitunter vor. Hinzukommen können Schmerzen hinter dem Brustbein7 oder im Hals. Auch das Gefühl, einen Kloß im Hals zu haben, wird von vielen Betroffenen beschrieben.8

Während einige dieser Beschwerden eher harmlos sind, gibt es auch Symptome, die von Sodbrennen unterschieden und ärztlich abgeklärt werden müssen. Wer das Gefühl hat, dass es schwerfällt zu schlucken oder, dass die Nahrung im Hals stecken bleibt, sollte sich unbedingt untersuchen lassen. Auch bei blutigem Erbrechen oder schwarzem Stuhlgang ist schnelles Handeln gefragt. Ein weiteres Warnsignal ist plötzlicher Gewichtsverlust. Bei diesen Anzeichen kann eine schwerwiegendere Erkrankung zugrunde liegen oder ärztliches Handeln notwendig werden.9

WAS KANN MAN GEGEN SODBRENNEN TUN?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um Sodbrennen effektiv zu behandeln. Wichtig dafür ist, zu klären, welche Ursache die Beschwerden haben. Wer sich zunächst die Frage stellt „Wieso habe ich überhaupt Sodbrennen?“, bewegt sich bereits in Richtung Besserung. Häufig ist eine Anpassung des Lebensstils der erste und wichtigste Schritt und hilft einem Großteil der Betroffenen.

Ist beispielsweise die eigene Ernährung ausschlaggebend, ist eine Ernährungsumstellung der beste Schritt, um Abhilfe gegen Sodbrennen zu schaffen. Auch andere Veränderungen im Lebensstil wie mehr Bewegung, Gewichtsreduktion oder das Rauchen aufzugeben sowie verschiedene Hausmittel können für die Sodbrennen-Therapie hilfreich sein.10

Doch Veränderungen brauchen Zeit. Im stressigen Alltag oder nach einer wohlverdienten Mahlzeit ist diese Lösung nicht immer praktikabel. Was hilft also kurzfristig bei Sodbrennen? Hier kommen die sogenannten Antazida ins Spiel, eine Medikamentengruppe, die die Magensäure neutralisiert und das Sodbrennen so lindern kann. Antazida enthalten basische Stoffe wie Magnesium-, Aluminium- oder Calciumcarbonat. Diese Basen neutralisieren die Säure aus dem Magen, sodass diese die Schleimhaut in der Speiseröhre nicht mehr angreifen kann.11

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WAS TUN GEGEN ANHALTENDES SODBRENNEN?

Zur kurzfristigen und akuten Behandlung von säurebedingten Magenbeschwerden ist Rennie® eine gute Wahl. Tritt Sodbrennen allerdings trotz Anpassung der eigenen Gewohnheiten regelmäßig auf, ist Vorsicht geboten. Wer mehr als zweimal pro Woche auf Antazida oder andere rezeptfreie Medikamente zurückgreifen muss, sollte sich unbedingt ärztlich untersuchen lassen. Eine professionelle Klärung der Ursachen sowie eine individuelle Behandlungsstrategie sind in diesem Fall unumgänglich.12

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